News 2011 : http://biomeiler.blogspot.com

"Der Atem des Drachen"

Vom 10. bis 12. April wurde auf der „Naturinsel Drachenmühle“ in Schweta (Sachsen) erneut ein sogenannter Biomeiler errichtet. Dabei handelt es sich um eine von dem französischen Forstwirt Jean Pain in den 70er Jahren entwickelte Methode zur ökonomischen und ökologischen Verwertung von Holzhäcksel. Damaliges Anliegen war es, mediterrane Wälder als Schutz vor Waldbränden zu entbuschen und wirtschaftlich und nachhaltig zu nutzen.

Der Biomeiler ist eine einfache Anlage zur energetischen Nutzung von Biomasse. Erzeugt werden dabei Wärme und Biogas. Ca. 80 m³ Holzhackschnitzel werden hierfür zu einem über 3 m hohen Haufen aufgeschichtet und anschließend von Mikroorganismen durch aerobe Fermentation (Kompostierung) in einem Zeitraum von 18 bis 24 Monaten - je nach Zusammensetzung des Materials - zu enorm hochwertigem Kompost umgewandelt. Dabei entstehen Temperaturen von ca. 70° C. Im Inneren des Meilers befinden sich Rohrleitungen, die die Funktion eines Wärmetauschers übernehmen. Die Rohre werden je nach Anwendungsfall von Luft oder Wasser durchströmt, so dass die abgeführte Wärme zur Warmwassergewinnung oder Beheizung von Wohn- oder Gewächshäusern genutzt werden kann. Weiterhin ist es möglich, in einem eingelassenem Tank Biogas zu produzieren. Der nach Ablauf des Prozesses entstandene Holzkompost kann dann zur Aufforstung oder für die biologische Landwirtschaft genutzt werden.

Die Anwendung des Biomeilers erfolgt nicht für die industrielle Nutzung, sondern im lokalen und dezentralen Bereich. Er kann mit geringem technischem Aufwand gebaut und verwendet werden, was sicher einen großen Vorteil gegenüber modernen Holzverbrennungsanlagen darstellt. Zudem wird nicht der gesamte Kohlenstoff zu CO2 oxidiert (entstehende Wärme), sondern zum Teil in Form von hochwertigem Humus im Kompost gespeichert. In diesem sind auch alle anderen Nährstoffe des Ausgangsmaterials enthalten. Diese könnten zwar auch nach der Verbrennung in Form von Asche ausgebracht werden, jedoch werden diese dann meist sehr schnell ausgewaschen. Mit dem Kompost als Mulchschicht hingegen entsteht neuer fruchtbarer Boden, in dem Kohlenstoff gespeichert ist. Somit gelangt auch weniger CO2 in die Atmosphäre.

Jeweils 25 Personen aus ganz Deutschland im Alter zwischen 4 und 65 Jahren nahmen an zwei Wochenenden an den Workshops mit dem Titel „Der Atem des Drachen“ teil. Unter ihnen befanden sich unter anderem Schüler und Lehrer der Montessori-Schule Dietramszell, ein Vertreter der Gemeinde Pfinztal vom Fachbereich Umwelt und Garten, ein Student aus Freiburg aus dem Bereich Bodenkunde, ein Architekt und ein Stadtratsmitglied aus Leipzig sowie Studenten der Permakultur Akademie. Für die kulinarische Versorgung der Teilnehmer mit ökologischem und vegetarischem Essen sorgte am zweiten Wochenende der Umwelt- und Friedens-Aktivist Wam Kat.

Unter Leitung von Christian Sven Schembritzki, dessen „Naturinsel“ die UNESCO bereits zum zweiten Mal in Folge als offizielles Projekt zur „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ deklarierte, wurde der alte Meiler (Biomeiler 1.0) abgebaut und zwei Wochen später ein neuer Biomeiler 2.0 errichtet. „Besonders schön ist bei solch einem Workshop natürlich auch das Gemeinschaftliche, die Dynamik, also eine dynamische Struktur gemeinsam zu entwickeln, in der alle Beteiligten integriert sind!“, so Schembritzki.

Zwei Jahre lang konnte durch den alten Meiler ein Gewächshaus beheizt werden und eine große Badewanne mit 2000 l betrieben werden. Unter dem Motto „Biomeiler 1.0 trifft Permakultur 2.0“ wurde der nun fertige Kompost am ersten Wochenende als Mulchmaterial in 20 cm dicken Schichten auf die Beete sowie unter Sträucher und Bäume des Permakultur-Gartens ausgebracht. Laut Jean Pain wirkt sich dieser auf Grund der enthaltenen Mikroorganismen und Nährstoffe sehr positiv auf Vitalität, Ertrag und Qualität der Gewächse bzw. Früchte aus. Pain beschrieb weiterhin, dass selbst in der regenarmen Provence im Sommer nicht mehr gewässert werden musste.

Am zweiten Wochenende fand die „Aktion Biomeiler 2.0“, nämlich der Aufbau des neuen Meilers, statt. Dies dokumentierte Tom Rüdiger mit seiner Kamera, (bald zu sehen auf der Homepage der „Drachenmühle“ und auf YouTube). Im Unterschied zum ersten Biomeiler ist dieses Mal das 230 m lange Rohrsystem spiralförmig statt zylindrisch verlegt worden. Zusätzlich kam ein perforiertes Rohr zur inneren Bewässerung der Anlage mit warmem Wasser zum Einsatz. Weiterhin wurde ein kleiner Biogas-Tank eingebaut, mit dem Experimente zur Gasproduktion möglich sind.

Aber nicht nur der 80 m³ große Meiler wurde errichtet, sondern auch ein „Terra-Preta“-Versuch im Inneren angelegt: Durch eingebrachte Holzkohlepartikel soll im entstandenen Kompost das Ausspülen von Nährstoffen verhindert und die Bodendurchlüftung sowie die Wasseraufnahmefähigkeit und -speicherkapazität erhöht werden. Weiterhin kann eine bessere Nährstoff- und Mineralienaufnahme durch Pflanzen erfolgen und Mikroorganismen ein perfekter Lebens- und „Rückzugsraum“ gegeben werden.

Verschiedene Messungen sollen im Verlauf der nächsten 2 Jahre genaue Daten über die energetische Ausbeute und den Ablauf der Verrottung liefern.

Da nur sehr wenige Informationen hinsichtlich dieser Technik existieren, dient die experimentelle Anlage in erster Linie zur Sammlung von Erfahrungen und Wissen zu Wirkmechanismen, Aufbau- und Nutzungsmöglichkeiten. So wurde auch eine Probe zur wissenschaftlichen Untersuchung des gereiften Komposts in ein Labor geschickt.

Damit ein Biomeiler wirklich nachhaltig ist und der Kompost hochwertig wird, gilt jedoch auch noch zu beachten, woher das Häckselmaterial stammt. Rückschnitt von Bäumen und Sträuchern an Rändern der Autobahn oder stark befahrenen Straßen ist ungünstig, da die Schwermetallbelastung hier bedenkliche Ausmaße annimmt. In unseren Breiten macht auch die Verwendung von Unterholz der Wälder keinen Sinn, da hier keine akute Waldbrandgefahr herrscht und auf Grund der wenigen Waldflächen der Lebensraum für viele Tier- und Vogelarten sowieso schon zu knapp ist. Sinnvoll ist dagegen die Nutzung von Gartenschnitt, der in vielen Gemeinden zentral gesammelt und abgefahren wird. Desweiteren sollte dieser möglichst frisch sein und spätestens drei Wochen nach dem Schnitt verwendet werden.

Wer wirklich wissen möchte, wovon hier die Rede ist, der kommt entweder an Pfingsten zur Besichtigung oder meldet sich zu einem der Infotage auf der „Naturinsel Drachenmühle“ an (info(ätt) drachenmuehle.de; Tel.: 0-34362-4439-0; www.drachenmuehle.de).

Weitere Informationen zu den Workshops, Experimenten und den gewonnen Daten sowie regelmäßige Ergänzungen findet man unter: http://biomeiler.blogspot.com/.

Tina Bernecker, Falk Pißler und Christian Sven Schembritzki

BnE 2011 Drachenmühle

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Seminar zur freien Energiegewinnung auf der Naturinsel Drachenmühle:

" Der heiße Atem des Drachen "

Bau eines BioMeilers
         
mit heißem Badezuber und Gewächshausheizung.

Biomeilerbau: vom 19. bis 28. September '08 auf der Naturinsel Drachenmühle
im Rahmen der Unesco Aktionstage "Bildung für nachhaltige Entwicklung"

Besichtigung: am 5. Oktober '08 zum "Tag der Regionen" öffnet die Drachenmühle zum ersten mal ihre Tore und stellt sich und den Biomeiler der Öffentlichkeit vor.

Unesco
Regionen





Was ist ein Biomeiler?

Ein Biomeiler ist eine sehr direkte, und dadurch effektive Möglichkeit dezentral Wärme/Energie zu gewinnen:
Man kompostiert Grünholzhäcksel auf einem sehr großen Haufen, dem sogenennte Meiler,
und nutzt die Verrottungswärme (über 70°C), in dem man sie durch ein im Haufen verlegtes Wasserrohr ableitet.
Ausserdem kann man durch die gleichmäßige Temperatur in einem Behälter im Innern des Meilers einfach Biogas erzeugen.
Am Ende bleibt allerbester Kompost mit effektiven Migroorganismen.

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GrünerDrache
     

" Der heiße Atem des Drachen "

Mit unserem Biomeiler wollen wir einerseits zwei Gewächshäuser und einen Badebottich beheizen.
Andererseits wollen wir Erfahrungen sammeln
um dann wenn es fertig ist,
eines Tages, unser historisches Dampfbad mit einem Biomeiler zu beheizen.


      

Wir planen einen über 90 m³ großen Haufen aus Buschwerk- und Frischholzhäcksel aufzuschichten,
dabei wird das ganze Material mit viel Wasser eingesumpft und festgetreten.
Die erforderlichen 50 t Häcksel bekommen wir von einer
Grünpflegefirma geliefet.

Durch den Verrottungsprozess heizt sich der Meiler auf bis zu 75°C auf.
Um diese Wärme zu nutzen verlegen wir 240m PE-Rohr im Meiler,
durch das wir Wasser aus der nahegelegenen Quelle führen.
Auf diese Weise lassen sich dem Meiler dauerhaft 15 kW Wärme entziehen.
Das heiße Wasser leiten wir zuerst in unseren Badezuber.
Wenn es diesen verlässt hat es immernoch genug Energie um das eine der beiden Gewächshäuser
auch bei -20°C frostfrei zu halten.

Das andere Gewächshaus wollen wir Versuchsweise direkt mit Warmluft beheizen.
Dazu führen wir die Luft in dickeren Rohren direkt durch den Meiler,
die Konvektionsströhmung sorgt für die nötige Umwälzung.

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Material:

Biomeiler:
 
bekommen wir von einer Firma, die Stromleitungen freischneidet
und evt. zusätzliches Schnittgut
bekommen wir vom Park-Meister der Stadt.
Dicke Rohre für die Luftleitungen (Kabelschutzrohre?)
mindestens
200 Meter PE-Wasserleitung + passende Anschlüsse/Verschraubungen
Wasserversorgung:
Wassertauchpumpe und Ventile
Stromleitung bis zum Biomeiler (für Pumpe, eventuell Ventilator in Gewächshaus)
Kabelschutzrohr und Warnband für die Leitung.
Bad:
Große Wanne (altes Silo/Tank? weis jemand wo man sowas günstig bekommt?)
Holz und Teichfolie für einen Deckel
Steine, Zement für Halterung/Isolierungschutz unten um die Wanne
Für Auswertung/Wissenschaftliche Begleitung:
verschiedene Thermometer
Durchflussmesser für Wasserleitung
beides möglichst elektronisch, dass man die Daten am Computer erfassen und Auswerten kann.

- Holzhäcksler
- Schaufeln (keine Spaten !) und Schubkarren

Garten             Gewächshaus

Eingeladen sind alle,

die mehr über
diese natürliche Energiegewinnung lernen und auch mal mit anpacken wollen.
Bitte sagt bescheid, ob, wann und zu wievielt Ihr kommt, auf dass wir planen können.
Nehmt für mindestens 3 Tage und 2 Nächte am Workshop teil.

E_MAIL : info (ät) drachenmuehle. de

Unterkunft:

Link: http://www.drachenmuehle.de/gaestezimmer.htm


Spenden von "Größeren Geldbeuteln" sind gerne gesehen z.B. für Materialien und Werkzeuge

(falls wir noch einen großzügigen Sponsor finden, wird der Unkostenbeitrag geringer!)

Wir danken für bereits erfolgte Unterstützung:

Michael Klotsche vom Ingenieurbüro für Wärme- und Stoffübertragung (Berechnungen/Wissenschaftliche Begleitung)
DONNER Landschaftsbau GmbH
(Bereitstellung von Häckselgut)
Fränkische Rohrwerke GmbH & Co. KG
(Kabelschutz- und Lüftungsrohre)
Firma Dorow in Oschatz
(Fittings, Armaturen, Werkzeug)
Firma Egeplast
(PE-Wasserleitungen)

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Und
An alle Tippelei`s auf der Walz,
hier ein Glück Auf
! : Kommt und seit dabei !
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Wandergepäck


Oder hast du jetzt schon Zeit?


Einiges an Organisation und Vorbereitungen sollten
bis dato noch focusiert werden:


Wer sich gerufen fühlt hier vor Ort, ab jetzt und sofort, diesem Projekt angetan zu sein,
den laden wir, herzlich und mit viel Freude, auf die Drachenmühle ein.
Kinder bitte mit 2 Verantwortungsvollen Ausgewachsenen anreisen, … damit Du auch was mitbekommst ;)
Gerne können auch Liebe Leute kommen:
welche die Kinder fokussieren … wegen Häxler etc …,
 und die Küche (
Quasi die Schatzkammer) zum duften bewegen.
Und ein gute Laune Musik Team sei uns allen freudigst willkommen.
Meldet euch mit einer kleinen Bewerbung bei uns an, Unkosten sind dann frei.

Und Jede Menge vielfarbiger Betätigungsfelder suchen den Meister in dir.

schnitzen        spuehlen


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Badehaus geplant für die spätere Zukunft:

Der nächste Biomeiler soll dann unser "Historisches Badehaus" beheizen.
Leider wurde es
die letzten 80 Jahre nicht als solches genutzt und braucht deshalb noch sehr viel Arbeit...
ABer: die Ersterwähnung ist 1835 bei einer Wiedereröffnung !!!

Badehaus

Vor dem wirklich schönen Gebäude befindet sich im Süden eine einladende Linde

     


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Mehr Infos über Biomeiler (teils auf English) , findet Ihr unter andern auf folgender Seiten :

http://biomeiler.blogspot.com/

ink. Biomeiler-Video

Biomeiler-Schema

"Die Methoden Jean Pain"
oder
"EIN ANDERER GARTEN"

Ein Büchlein aus den 80ern,
in dem er seine Erfahrungen über gemulchten Gartenbau und Biomeiler beschreibt.

Wir haben uns entschieden das Büchlein hier verfügbar zu machen,
da auf deutsch nur noch wenige alte Kopien im Umlauf sind und seit etlichen Jahren keine Neuen Gedruckt werden.


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Christian Sven Schembritzki